Global denken, lokal handeln: Unter diesem Motto fiel am 28. Oktober der offizielle Startschuss der neu gegründeten Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur. Die Eröffnung begleiteten neben Bürgermeister Klaus Stapf, Dr. Thomas Unnerstall, Geschäftsführer der Stadtwerke Karlsruhe und Margareta Barth, der Präsidentin der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, auch Prof. Dr. Christoph Kottmeier, Leiter des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung des KIT, mit einem Impulsreferat zum Thema Klimaschutz.
„Mit der Gründung der KEK gehen wir in Karlsruhe einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit“, so Bürgermeister Klaus Stapf. „Neben dem Blick auf die dramatisch ansteigenden Emissionen in Entwicklungs- und Schwellenländern ist es wichtig, unsere Hausaufgaben in Karlsruhe zu machen und hier in allen Bereichen deutliche Reduzierungen des CO2-Ausstosses zu erreichen. Als Impulsgeber, Netzwerkkoordinator und als Kompetenzzentrum kann die KEK eine Schlüsselrolle übernehmen und zusammen mit der Stadt und den Stadtwerken den Klimaschutz in Karlsruhe vorantreiben.“ Dass Klimawandel durch den Menschen verursacht wird und welche Auswirkungen des Klimawandels auch in Karlsruhe zu spüren sein werden, zeigte der Vortrag von Prof. Dr. Kottmeier eindrucksvoll: Die Risiken eines möglicherweise unumkehrbaren Prozesses wurden in den letzten Jahren zunehmend deutlich und sind wissenschaftlich nachgewiesen. Hauptverursacher ist dabei der Einsatz fossiler Energie in den verschiedenen Lebensbereichen des Menschen. „Mit dem Thema Energieeffizienz wendet sich die neu gegründete Agentur in erster Linie an Gewerbe, Dienstleister und Organisationen“, erklärt Geschäftsführer Dirk Vogeley. Es gebe bereits eine Reihe Initiativen und Akteure, wie etwa die Kundenberatung der Stadtwerke, die eine engagierte Energiesparberatung vorwiegend für Haushaltskunden anbietet. Es bleiben jedoch viele Gruppen und Organisationen, bei denen enormes Potential für die Verbesserung der Energieeffizienz schlummert. „Diese wollen wir mit einer unabhängigen Erstberatung, mit der Entwicklung von Energiekonzepten sowie der Förderung und Begleitung von Pilotprojekten unterstützen. Indem wir ihnen helfen, Strom und Wärme effizient einzusetzen und ihnen den Weg zu erneuerbaren Energien ebnen, können wir gemeinsam einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz leisten.“ Mit der KEK gibt es in Baden-Württemberg bereits 28 lokale Energie- und Klimaschutzagenturen. Allein in den letzten beiden Jahren sind dank der Unterstützung des Landes 17 neue Energieagenturen gegründet worden. „Das Land fördert die Kommunen bei der Gründung von Energieagenturen mit 100.000 Euro Anschubfinanzierung“, so Margareta Barth, Präsidentin der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg. „In mehr als 75 Prozent der Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg wurden inzwischen Energieagenturen gegründet. Damit ist das Netz der Agenturen im Land das dichteste bundesweit. Die Energieagenturen sind eine hervorragende Antwort auf knappe Energieressourcen und auf die Fragen rund um den Klimaschutz. Sie bieten unabhängige und kompetente Beratung zu den Themen Klimaschutz und effizienter Energieeinsatz.“ Ihre Arbeit nahm die KEK bereits Mitte des Jahres auf. „In den vergangenen Monaten haben wir die Strukturen für eine erfolgreiche Arbeit aufgebaut. Das neue fünfköpfige Team verfügt über spezifische Berufserfahrung und deckt ein großes Spektrum der Themenfelder Energieeffizienz und Klimaschutz ab“, so Geschäftsführer Dirk Vogeley. Erste Projekte mit Partnern sind bereits angelaufen oder in Planung. Eines dieser Projekte widmet sich der Ausbildung von Energiesparcoaches und wird noch Ende dieses Jahres starten. In Zusammenarbeit mit dem Jobcenter und den Arbeitsförderungsbetrieben der Stadt Karlsruhe soll es Menschen die Möglichkeit geben, den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu finden. Sie erhalten eine intensive Schulung zum Thema Energiesparen in Haushalten und werden dieses Wissen an Familien weitergegeben, bei denen die Energiekosten einen erheblichen Teil des verfügbaren Budgets ausmachen. Zudem plant die Agentur zusammen mit der Handwerks- und der Architektenkammer eine Datenbank der qualifizierten Berater, Planer und Handwerksbetriebe aufzubauen sowie branchenspezifische Energieeffizienztische in Karlsruhe einzurichten.
Ihr Ansprechpartner:
Dirk Vogeley Geschäftsführer