Der Ausstoß an Treibhausgasen muss in Deutschland um über 80 Prozent gesenkt werden. Vermeidung und Reduzierung der klima-schädlichen Gase sind dabei erste wesentliche Schritte. Wer mehr tun möchte, kann künftig seine verbleibenden CO2-Emissionen über den Karlsruher Klimaschutzfonds ausgleichen. Mit dem neuen Kompensationsangebot der Karlsruher Energie- und Klimaschutz-
agentur (KEK) werden lokale Projekte realisiert und gefördert.
Mit sparsamen elektrischen Geräten und Maschinen, energieeffizienten Heizungen oder emissionsarmen Fahrzeugen kann viel für den Klimaschutz erreicht werden. Aber nicht alle Emissionen lassen sich vermeiden. Oder sie können nur durch einen unverhältnismäßig hohen finanziellen Aufwand reduziert werden. Mit dem Klimaschutzfonds bietet die KEK Unternehmen, Organisationen und Bürgern in Karlsruhe die Möglichkeit, ihre verbleibenden CO2-Emissionen freiwillig zu kompensieren.
Kompensation heißt: Treibhausgasemissionen, die an einem Ort in die Atmosphäre gelangen, werden an einer anderen Stelle eingespart. „Für das Klima spielt es keine Rolle, wo die gefährlichen Treibhausgase entstehen und wo sie reduziert werden. Wichtig ist, dass die weltweiten Emissionen in der Summe abnehmen. Der Ausgleich unvermeidbarer Emissionen ist deshalb eine Ergänzung zum Energiesparen, die ökonomisch und ökologisch sinnvoll ist“, so Bürgermeister Klaus Stapf.
Um zu erfahren, wie viele Treibhausgasemissionen bei bestimmten Aktivitäten entstehen, kann der eigene „CO2-Fußabdruck“ berechnet werden – zum Beispiel über die CO2-Rechner auf der Internetseite des Fonds. Für Unternehmen und Organisationen besteht zudem die Möglichkeit, die CO2-Emissionen durch die KEK bilanzieren zu lassen – etwa für eine Veranstaltung oder den firmeneigenen Fuhrpark. Jede Tonne CO2 kann mit einem Betrag von 22 EUR über den Karlsruher Klimaschutzfonds ausgeglichen werden. Über diesen finanziellen Beitrag finanziert und unterstützt der Fonds Klimaschutzprojekte, in denen die entsprechende Menge an CO2 eingespart wird.
Das Besondere des Karlsruher Klimaschutzfonds: Die Förderung kommt in erster Linie Projekten in Karlsruhe zu Gute, die ohne zusätzliche finanzielle Mittel nicht realisierbar sind. So haben Karlsruher Unternehmen, Organisationen und Bürger die Möglichkeit, ihre Emissionen direkt vor der Haustür auszugleichen. Darüber hinaus unterstützt der Fonds ausgewählte Partnerprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern. Hier können mit dem gleichen finanziellen Aufwand häufig größere CO2-Mengen eingespart werden als in Deutschland. Zudem tragen diese Projekte zur Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung bei. Alle Projekte werden nach international anerkannten Standards ausgewählt und umgesetzt sowie durch unabhängige Gutachter geprüft.
„Die CO2-Kompensation über den Karlsruher Klimaschutzfonds ermöglicht den Unterstützern des Fonds, ihre selbst formulierten Umweltziele zu erfüllen und über die eigenen Einsparmaßnahmen hinaus einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.“, erläutert Dirk Vogeley, Geschäftsführer der KEK. „Nur mit Hilfe der Kompensation lässt sich augenblicklich der ökologische Fußabdruck von durchschnittlich zehn auf zwei Tonnen pro Kopf und Jahr senken“.
Unternehmen und Organisationen, die ihre unvermeidbaren Emissionen komplett kompensieren, haben zusätzlich die Möglichkeit, das klimafair-Siegel des Karlsruher Klimaschutzfonds zu tragen. Es bestätigt dem Unternehmen eine ausgeglichene CO2-Bilanz. Das Siegel kann auch für einzelne Prozesse, Produkte oder Dienstleistungen verliehen werden, wenn diese nachweislich klimafair sind.
Mit dem ersten kommunalen Klimaschutzfonds Deutschlands gehen die Stadt Karlsruhe und die KEK neue Wege. „Wir hoffen, dass dieses Modell bundesweit Schule macht.“, so Bürgermeister Klaus Stapf.
Das Angebot des Karlsruher Klimaschutzfonds ist im Internet abrufbar: www.klimafair-karlsruhe.org