Weiße Lampe mit Holzfuß. Eine Hand ist am Schalter der Lampe.
© shutterstock/Mariana Serdynska

Rebound-Effekt: Die kleinen Fallen beim Energiesparen

Die Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur und die Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg erklären, was es mit dem Rebound-Effekt beim Energiesparen auf sich hat.

Lassen auch Sie das Licht brennen, wenn Sie kurz aus dem Zimmer gehen, da die neue LED-Lampe kaum Strom verbraucht? Machen Sie sich kaum noch Gedanken um Ihren Energieverbrauch, seitdem Ihr Haus energetisch saniert und die modernste Stromspartechnik verbaut ist? Dann: Vorsicht vor dem Rebound-Effekt!

Was ist der Rebound-Effekt?

Der Rebound-Effekt beschreibt das Phänomen, das einzelne Energiesparmaßnahmen den gesamten Energieverbrauch eines Haushaltes ansteigen lassen können. Was zunächst paradox klingt, hat jedoch einen simplen Grund: Das eigene Verhalten verändert sich durch die erreichte Kostenersparnis.

Man unterscheidet zwischen dem direkten und indirekten Rebound-Effekt:

  • Vom direkten Rebound-Effekt ist die Rede, wenn nach einem Heizungstausch die Raumtemperatur von vorher durchschnittlich 20 Grad Celsius auf nun 22 Grad erhöht wird. Die Kosteneinsparung der neuen, effizienten Heizung wird aufgrund des gestiegenen Verbrauches durch die erhöhte Raumtemperatur zum Teil wieder aufgezehrt.
  • Vom indirekten Rebound-Effekt ist die Rede, wenn die gesparten Heizkosten in andere Geräte investiert werden, wie beispielsweise einen zweiten Fernseher. Die Effizienz an der einen Stelle führt zum Konsum in einem anderen Bereich, der ebenfalls Energie verbraucht.

Wie groß ist der Rebound-Effekt?

Der Umfang des Rebound-Effekts wird unterschiedlich beziffert. Er hängt stark von der zugrundeliegenden Methodik ab. Das Umweltbundesamt schätzt, dass der direkte Rebound-Effekt beispielsweise beim Heizen bis zu 30 Prozent betragen kann. Werden indirekte Rebound-Effekte miteinbezogen, wird ein noch größerer Anteil der Einsparungen aufgezehrt.

So können Sie den Rebound-Effekt vermeiden

Im eigenen Verhalten liegt der Schlüssel zur Vermeidung des Rebound-Effektes. Mit neuen Technologien kann zielführend Energie gespart werden, wenn man sie mindestens genauso sparsam einsetzt wie die alten Technologien. Sechs Tipps:

  1. Überprüfen, ob die Heizungsanlage richtig eingestellt ist. Dort können 10 bis 15 Prozent Energie eingespart werden. Oft werden die Einstellungen einer Heizungsanlage lange oder gar nicht mehr verändert. Im Extremfall befindet sich die Steuerung sogar noch in der Werkseinstellung und wurde nie auf das jeweilige Gebäude angepasst.
  2. Es lohnt sich zu prüfen, ob man die Temperatur generell oder in einzelnen (weniger genutzten) Räumen reduzieren Als optimale Innentemperatur gelten 20 Grad Celsius. Jedes weitere Grad erhöht die Heizkosten um etwa sechs Prozent.
  3. Türen und Fenster sollten in der kalten Jahreszeit nicht länger geöffnet werden als nötig, um ein unnötiges Abkühlen und Aufheizen der Räumlichkeiten zu vermeiden. Als Faustregel gilt: drei bis viermal Mal täglich für fünf bis zehn Minuten stoßlüften und dabei die Heizungs-Thermostate herunterdrehen.
  4. Befinden sich elektronische Geräte im Stand-by-Modus, läuft der Stromzähler weiter. Mit einem Klick auf die ausschaltbare Steckdosenleiste schaltet man direkt mehrere Geräte aus.
  5. Ältere Kühl- und Gefrierschränke sollten regelmäßig abgetaut werden. Neue Geräte machen das häufig schon automatisiert.
  6. Die Sparprogramme von Geschirrspüler und Waschmaschine brauchen etwas mehr Zeit, sparen aber Energie.

Energiespar-Beratung bei der KEK

Sie möchten sich zum Thema Energiesparen beraten lassen? Unsere Energieberater*innen helfen Ihnen gerne weiter! Die Beratung ist für Sie komplett kostenfrei. Außerdem erhalten Sie unabhängige Informationen – als gemeinnützige Institution der Stadt Karlsruhe arbeiten wir neutral und nicht gewinnorientiert. Klingt interessant? Rufen Sie unsere Beratungs-Hotline 0721 480 88 250 an oder vereinbaren Sie einen Termin.

Hinweis: Haushalte mit geringem Einkommen, können den kostenfreien Stromspar-Check in Anspruch nehmen. Weitere Informationen sind hier zu finden.

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