Prüfen Sie in drei einfachen Schritten, ob Ihr Haus für eine Wärmepumpe geeignet ist – auch im Altbau und ohne Sanierung.
Eine Wärmepumpe ist in vielerlei Hinsicht eine lohnende Alternative zu Öl- oder Gasheizungen. Damit die Wärmepumpe effizient und kostensparend arbeiten kann, sollte sie jedoch keine zu hohen Temperaturen in den Heizkreislauf einspeisen müssen. Ob das eigene Haus dafür geeignet ist, können Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer selbst herausfinden. Heizungsexperte Dr. Bernd Gewiese (KEK) zeigt, wie dieser Heizungscheck für Wärmepumpen in drei einfachen Schritten funktioniert.
Warum die Vorlauftemperatur entscheidend ist
Wärmepumpen nutzen Umweltenergie aus Luft, Erdreich oder Grundwasser. Damit sie besonders stromsparend arbeiten, sollte die Temperatur des Heizungswassers, das zu den Heizkörpern oder zur Fußbodenheizung gepumpt wird, nicht über 55 Grad Celsius liegen. Idealerweise sogar unter 50 Grad Celsius. Diese Temperatur wird als Vorlauftemperatur bezeichnet.
In älteren, ungedämmten Gebäuden mit kleinen Heizkörpern und fossil betriebenen Heizkesseln sind im Winter häufig Vorlauftemperaturen von 70 Grad Celsius oder mehr erforderlich. Energetisch modernisierte oder neue Gebäude kommen dagegen mit deutlich niedrigeren Temperaturen aus, da sie geringere Energieverluste haben. Daher reichen in gut gedämmten Häusern oder bei Gebäuden mit Fußbodenheizung selbst an kalten Wintertagen Vorlauftemperaturen von unter 50 Grad Celsius.
Der 3-Schritte-Test: Eignung für eine Wärmepumpe selbst prüfen
1. Vorlauftemperatur absenken
Stellen Sie in einer mehrtägigen Frostperiode die Vorlauftemperatur Ihrer Heizung auf 50 bis 55 Grad Celsius ein. Ist dies am vorhandenen Heizungsregler nicht möglich, wenden Sie sich am besten an eine Fachperson (z.B. Heizungsbauer). Der Test kann auch bei milderen Außentemperaturen durchgeführt werden. Grundsätzlich gilt: Je wärmer es draußen ist, desto niedriger kann die Vorlauftemperatur sein. Bei durchschnittlich 0 Grad Außentemperatur sollten rund 45 Grad Celsius ausreichen.
2. Thermostate auf Stufe drei stellen
Drehen Sie alle Heizkörperthermostate auf Stufe drei. Diese Einstellung entspricht ungefähr einer Raumtemperatur von 20 Grad Celsius. Wichtig: Eine eventuell aktivierte Nachtabsenkung sollte für die Dauer des Tests ausgeschaltet werden.
3. Abwarten und Raumtemperatur prüfen
Bleiben alle Räume trotz kalter Außentemperaturen auch nach 24 bis 72 Stunden angenehm warm, ist Ihr Haus grundsätzlich für den Betrieb mit einer Wärmepumpe geeignet.
Wärmepumpe im Altbau: Was tun, wenn es nicht warm genug wird?
Sinken die Raumtemperaturen unter den gewünschten Wert, bedeutet das nicht automatisch das Aus für die Wärmepumpe. Häufig helfen bereits gezielte Optimierungsmaßnahmen, wie zum Beispiel:
- optimierte Heizungseinstellungen
- hydraulischer Abgleich
- Tausch einzelner Heizkörper
- Verbesserung der Luftdichtheit des Gebäudes
- energetische Modernisierungsmaßnahmen zumindest einzelner, schlecht gedämmter Bauteile
Welche Maßnahmen im konkreten Fall sinnvoll sind, klären unsere Energieberaterinnen und Energieberater in einem kostenfreien und unabhängigen Beratungsgespräch. Ihren persönlichen Termin können Sie direkt online buchen.