Beim Online-Austausch am 14. Januar 2026 mit Manuel Rink, Geschäftsbereichsleiter Wärme/Kraft-Wärme-Kopplung der Stadtwerke Karlsruhe GmbH sowie Margaux Savin und Julia Hochschild als Moderatorinnen von der KEK ging es um die zukünftige Ausrichtung des Hohenwettersbacher Nahwärmenetzes im Gebiet 50 Morgen und Rehbuckel mit rund 300–400 Haushalten (vornehmlich Reihenhäuser).
Im Gespräch mit Margaux Savin erläuterte Manuel Rink den anwesenden rund 40 Online-Teilnehmerinnen und Teilnehmern die aktuelle Lage und gab einen Ausblick auf die weitere Entwicklung und Planung seitens der Stadtwerke Karlsruhe. Im Anschluss gab es viele interessierte Fragen und Anmerkungen, und es ergab sich ein reger Austausch, der auf viel Zustimmung gestoßen ist.
Aktueller und zukünftiger Energiemix
Der Ist-Zustand: In dem Nahwärmegebiet werden jährlich 4.000 MWh umgesetzt, davon gut die Hälfte aus Holzhackschnitzeln und Deponiegas sowie knapp 50 % aus Erdgas. Das Holz stammt aus dem Karlsruher Forst, wobei kleine Mengen vom Team Sauberes Karlsruhe (TSK) als Ergänzung dienen.
Zukünftig soll die Wärme noch stärker aus erneuerbaren Quellen kommen: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in Kombination mit PV-Strom soll die fossile Erdgasversorgung schrittweise ersetzen, Holz bleibt weiterhin wesentlicher Bestandteil, und soll sogar etwas ausgebaut werden. Flankiert wird das durch größere Wärmespeicher, um Tag-/Nachtschwankungen zu puffern und um damit den Bedarf an Anlagen für Lastspitzen (Zeitpunkte mit besonders hohem Verbrauch) zu reduzieren.
Kosten und Infrastruktur
Das Nahwärmekonzept mit weiterem Netzausbau und größerer Versorgungspower wird von den Stadtwerken Karlsruhe als sinnvoller erachtet als eine dezentralisierte Einzelheizung für jedes Reihenhaus. Das dauerhafte Ziel sei es deshalb, die Arbeits- und Leistungspreise je Haushalt konkurrenzfähig zum Betrieb der Einzelheizung-WP zu halten – das sei die angepeilte Messlatte.
Die Anschlusszahlen waren in den letzten Jahren überwiegend stabil und sind damit eine gute Basis für die Zukunft. Ein möglicher weiterer Ausbau des Netzes könnte sich im Gebiet 50 Morgen durch zukünftige, angrenzende Baugebiete ergeben; Kosten würden dann auf weitere Schultern verteilt.
Nächste Schritte
Ein Ausbau im Dachsbau ist vorgesehen, der konkrete Anschlusszeitraum steht jedoch noch aus. Insgesamt bleibt die Frage nach der optimalen Mischung Holz / Wärmepumpe und der genauen Netz- bzw. Leitungsdimensionierung, abhängig von PV-Erträgen, Fördermitteln und zukünftigen Bauvorhaben.
Das abschließende Konzept bezüglich der Leistungsanteile der Erzeugungstechniken, deren Aufstellung, der Netzintegration sowie des jeweiligen Installationszeitraumes soll im Laufe des Jahres 2027 vorliegen.
Die positive Resonanz und die rege Diskussion zeigten deutlich: Das Thema bewegt die Menschen vor Ort, und das digitale Format wurde sehr gut angenommen.