„Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.“ Diese Einstellung kann bei der Strom- und Heizkostenabrechnung am Ende des Jahres zu bösen Überraschungen führen. Damit es Ihnen nicht so ergeht, haben wir für Sie praktische Informationen und Tipps zusammengestellt.

Wie messe ich meinen Stromverbrauch?

Während der statistische Durchschnitt gemäß CO2Online einen Verbrauch von etwa 2100-3000 kWh pro Jahr für einen Zweipersonenhaushalt angibt, so ist es aber durchaus auch möglich, diesen Wert zu halbieren. Eine der teuersten Maßnahmen ist hierbei der Austausch alter Leuchtmittel durch LED Technik oder das Einbauen effizienter Heizungspumpen. Weitere Stromspartipps gibt es unten.

Durch Ablesen des Stromzählers am Anfang und Ende des Jahres. Wenn Sie plötzlich einen ungewöhnlich hohen Stromverbrauch feststellen, sollten Sie Ihren Zähler mehrmals am Tag oder mehrmals die Woche (je nach Eingrenzungsmöglichkeiten) ablesen und die Werte aufschreiben. Tritt das Problem nachts auf, oder um die Mittagszeit? Usw. Anhand dieser Mini-Statistik können Sie evtl. Rückschlüsse auf ein defektes Gerät ziehen.

Mit kleinen Strommessgeräten lassen sich steckergebStrommessgerätundene Geräte direkt messen. Diese kosten um die 15€ und sind in jedem Baumarkt oder Elektrogeschäft erhältlich.

Um einmalig den Stromverbrauch von Haushaltsgeräten zu ermitteln, muss man nicht gleich ein eigenenes Gerät kaufen. Dies schont Ressourcen und vermeidet Elektroschrott. Hier einige nützliche Links:

Es gibt verschiedene Zählertypen. Die häufigsten sind heute noch die elektromagnetischen Zähler mit rotierender Scheibe (Ferraris-Zähler). Diese kommunizieren nicht. Für eine automatische Ablesung können sie mit einem optischen Sensor bestückt werden. Dieser speichert die Werte oder kommuniziert sie an eine Empfangsstelle. Neuere elektronische Zähler haben meist eine Kommunikationsschnittstelle, über die die Zählerdaten ausgelesen werden können. Die neuesten Zählertypen sind sog. Intelligente Messsysteme (IMS). Diese haben ein Kommunikationsmodul (Smart Meter Gateway) und können sehr detaillierte Verbrauchsdaten erfassen. Die generelle Einführung dieser Systeme ist über die nächsten 10-15 Jahre nach der Höhe des Stromverbrauchs zeitlich gestaffelt. Wegen Datenschutzbestimmungen sind die meisten Geräte noch nicht am Markt und befinden sich aktuell im Zertifizierungsprozess beim BSI.

Mit einem kleinen Strommessgerät können Sie den Verbrauch Ihrer Waschmaschine sehr genau erfassen. Je nach Wasch- und Trocknungsprogramm verbraucht Ihre Maschine unterschiedlich viel Strom. Ein Waschgang mit 30°C verbraucht etwa zwei Drittel weniger Strom als ein Waschgang mit 60°C.

Notieren Sie den Stromverbrauch für die von Ihnen gewöhnlich genutzten Waschprogramme und deren Anzahl pro Woche. Folgen Sie ansonsten dem Rechenbeispiel in der entsprechenden Tabelle, um den Jahresstromverbrauch Ihrer Waschmaschine zu ermitteln.

Hier können Sie eine Tabelle zum Ausdrucken oder ein Excel-Sheet herunterladen. Leider können wir keine Gewähr für die errechneten Werte übernehmen.

Auch den Stromverbrauch des Kühlschranks kann man sehr einfach messen. Stecken Sie dazu das Kabel des Kühlschranks in das Strommessgerät und dieses in die Steckdose. Dann lassen sie das Messgerät mindestens 24 Stunden angeschlossen. Durch den langen Zeitraum der Messung berücksichtigen Sie auch die Zeiten, in denen der Kühlschrank nicht in Betrieb ist.

Folgen Sie ansonsten dem Rechenbeispiel in der entsprechenden Tabelle (PDF / XLS), um den Jahresstromverbrauch Ihrer Waschmaschine zu ermitteln.

Wenn es sich nicht um Lampen für Steckdosen handelt, ist es schwierig, den Stromverbrauch zu messen. Da die Leuchten in der Regel fest verbaut und verdrahtet sind, muss man den Verbrauch abschätzen. Die Leistung eines Leuchtmittels ist auf diesem Aufgedruckt und hat die Bezeichnung Watt [W]. Nun muss man überlegen, wie viele Stunden pro Tag diese Leuchte eingeschaltet ist. Die Stunden multipliziert man mit der Leistung [W] und bekommt so den Verbrauch in Wattstunden [Wh]. Wird der Wert durch 1000 dividiert, erhält man den Energieverbrauch in Kilowattstunden [kWh].

Folgen Sie ansonsten dem Rechenbeispiel in der entsprechenden Tabelle (PDF / XLS), um den Jahresstromverbrauch Ihrer Waschmaschine zu ermitteln.

Mit einem kleinen Strommessgerät (siehe oben). Dieses stecken Sie zwischen das zu messende Gerät und die Steckdose. Es zeigt Ihnen die Leistung z.B. in Watt [W] an, die von dem Gerät in diesem Moment gebraucht wird. Nun haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder die messen über den Zeitraum von einer Stunde, dann haben sie den Stromverbrauch dieses Gerätes in einer Stunde gemessen in Wattstunden [Wh]. Oder Sie notieren sich die angezeigte Leistung in Watt [W] und schätzen die Zeit ab, die das Gerät pro Tag, Woche etc. genutzt wird. Diese Stunden multiplizieren Sie mit der Leistung. Diese Abschätzung ist jedoch nur möglich, wenn das Gerät ununterbrochen über die Zeit in Betrieb ist und keine automatischen Ruhephase wie ein Kühlschrank hat.

Ihnen wird auffallen, dass Sie Geräte finden, die Strom verbrauchen, obwohl Sie dachten, dass Sie sie ausgeschaltet haben. Im einfachsten Fall haben Sie das Gerät nur auf Standby gesetzt. Manche Geräte verbrauchen aber auch Strom, obwohl man Sie am Hauptschalter ausgeschaltet hat. Dies liegt meist daran, dass sich der Transformator (Beispiel Laptop oder Telefonbox) zwischen dem Ausschalter und der Steckdose befindet – manchmal auch im Gehäuse selbst versteckt. Der Transformator verbraucht immer etwas Strom. Die einzige Möglichkeit sicher zu gehen, dass ein Gerät keinen Strom mehr verbraucht ist, dieses von der Steckdose zu trennen. Hierfür gibt es Steckdosen mit Ausschalter, auch als Mehrfachsteckdose für mehrere Geräte gleichzeitig. Der Standby-Verbrauch in Haushalten kann bei 35 Euro pro Jahr liegen und mitunter höher sein als der Stromverbrauch über die Betriebszeit (Utopia).

Folgen Sie ansonsten dem Rechenbeispiel in der entsprechenden Tabelle (PDF / XLS), um den Jahresstromverbrauch Ihrer Waschmaschine zu ermitteln.

Ampere-ZangeEin Beispiel für ein solches Gerät ist der Kochherd. Um hier den Stromverbrauch zu messen, muss man eine Ampere-Zange verwenden. Diese erlaubt es, die Leistung einigermaßen genau zu ermitteln, ohne dass man den Herd vom Netz trennen muss. Achtung: Die kleinen Strommessgeräte aus dem Baumarkt sind nicht für Geräte mit hoher Leistungsaufnahme gedacht, und sollten nur für steckergebundene Geräte verwendet werden.

Energiespartipps für den Haushalt

  • Kochen Sie nur mit Deckel und nutzen Sie die Restwärme indem sie die Kochplatten vorzeitig ausschalten.
  • Die energetisch günstigste Form des Kochens ist mit Erdgas, da hier die Energie direkt verbraucht, und nicht erst noch mehrfach umgewandelt werden muss (Ausnahmen: Solar-Kochtopf oder E-Herd mit PV Strom betrieben, s.u.). Aus Klimaschutzgründen sollte man aber auf fossile Energieträger ganz allgemein verzichten.
  • Rüsten Sie ihre Beleuchtung auf qualitativ hochwertige LED Leuchtmittel um. Sie können hier bis zu 80% Ihres Verbrauchs senken. LED gibt es heute für jeden Gebrauch.
  • Licht sollte nur in Zimmern brennen, in denen man sich gerade aufhält. Stehlampen über eine Steckdose lassen sich ggf. durch Bewegungsmelder steuern.
  • Nutzen sie Mehrfachsteckerleisten mit Ausschalter um Geräte im Standby Modus auszuschalten. Geräte mit einem Transformator vor dem Ausschalter (z.B. Anschlusskabel mit Trafo) verbrauchen auch Strom, wenn das Gerät komplett ausgeschaltet ist. Diesen „versteckten“ Verbrauch kann man nur mit einem Strommessgerät erkennen.
  • Viele neue Waschmaschinen können an die Warmwasserleitung angeschlossen werden. Das spart das teure individuelle heizen durch die Waschmaschine. Haben Sie eine solarthermische Anlage auf dem Dach, können sie über einen separaten Mischadapter direkt das solare Warmwasser in der Waschmaschine nutzen.
  • Induktionskochfelder sind im Stromverbrauch etwas günstiger als Ceran oder klassische Kochfelder aus Gusseisen, benötigen aber i.R. eine höhere Anschlussleistung. Am klimafreundlichsten kochen Sie mit einem Induktionsherd an der eigenen PV-Anlage.
  • Reinigen Sie das Kühlgitter ihres Kühlschranks regelmäßig von Staub
  • Enteisen Sie Ihre Gefrierfächer regelmäßig. Eine dicke Eisschicht erhöht den Stromverbrauch, da die Kühlleistung gesteigert wird (Entega).
  • Stellen Sie keine Möbel vor die Heizkörper, und verdecken Sie sie auch nicht mit Gardinen, damit sich die Wärme gut verteilen kann.
  • Alte Heizungspumpen verbrauchen viel Strom. Ersetzen Sie alte Pumpen durch neue drehzahlgeregelte Hocheffizienzpumpen. Werden die Pumpen ausgetauscht, sollte auch gleich ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden.
  • Entlüften Sie Heizkörper und lassen Sie evtl. einen hydraulischen Abgleich durchführen. Vor allem dann, wenn die Heizkörper unterschiedlich warm werden oder Räume trotz offenen Ventils nicht ausreichend beheizt werden.
  • Backöfen brauchen i.R. nicht vorgewärmt werden.
  • Ersetzen Sie alte elektrische Geräte durch A+++ Geräte.
  • Reduzieren Sie die Anzahl elektrischer Geräte in Ihrem Haushalt, zum Beispiel in der Küche. Handarbeit ist gut für die Gelenke und fördert die Konzentration. Wird z.B. eine Brotschneidemaschine oder ein elektrischer Dosenöffner wirklich benötigt?
  • Der Einbau von Home-Automation Systemen sollte gut durchdacht sein, da sie ansonsten Ihren Energieverbrauch erhöhen statt ihn zu senken (Rebound-Effekt).
  • Mit einem PV Balkonmodul können Sie die Sonnenenergie direkt nutzen, indem Sie das Modul einfach in eine Steckdose einstecken. Die Produktion ist natürlich geringer als mit einer großen PV Anlage, kann sich aber für Sie finanziell lohnen. Mehr Informationen dazu finden sie im Kapitel „PV Balkonmodule“.

Bevor man über Investitionen in PV Anlagen nachdenkt, bietet sich als erster Schritt der Wechsel zu einem Ökostromanbieter an. Diese sind heute nicht mehr unbedingt teurer als klassische Stromanbieter. Wir geben Ihnen hier eine kleine Auswahl an Unternehmen, die garantiert nicht in Kohle, Gas und Atomstrom investieren. Der Wechsel des Anbieters ist heute sehr einfach. Auf den Webseiten des jeweiligen Anbieters finden Sie die nötigen Informationen.

Bei unseren Energieberater*innen der Verbraucherzentrale oder direkt auf der Seite der Verbraucherzentrale: www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/